DTP-Formate: Word (.docx) vs. PowerPoint (.pptx)
In der weltweiten Lokalisierungspraxis kommen für die OCR-Texterkennung und das Desktop-Publishing von Grafik- oder PDF-Dateien vor allem zwei Formate zum Einsatz: Microsoft Word (.docx) und Microsoft PowerPoint (.pptx). Bei Bedarf lassen sich Dokumente aus beiden Programmen problemlos in jedes andere Zielformat exportieren.
Obwohl beide Formate eine ähnliche interne Architektur aufweisen (technisch gesehen sind beide ZIP-Archive mit XML-Markup), besteht zwischen ihnen ein grundlegender Unterschied:
- PowerPoint ist strikt an feste Folien gebunden: Jedes Element befindet sich in einem unabhängigen Rahmen mit expliziten Koordinaten.
- Word ist von Natur aus fließtextbasiert: Es gibt keine physisch fixierten Seiten, und der Text fließt je nach Textmenge und Schrifteinstellungen kontinuierlich durch das Dokument.
Zwei grundlegende Ansätze zur Layoutaufbereitung:
1. Fließtext mit Grundformatierung (Empfohlen)
Komplexe Layoutblöcke werden mithilfe von Standardabsätzen oder Tabellen mit ausgeblendeten Rahmenlinien rekonstruiert.
- Vorteile: während der Übersetzung dehnt sich der Text frei aus oder zieht sich zusammen, ohne die Layoutstruktur zu zerstören. Das Dokument erfordert nach der Übersetzung praktisch keine aufwendigen manuellen Anpassungen.
- Optimal geeignet für: Rechtsdokumente, beglaubigte Übersetzungen, Gerichtsunterlagen und Einreichungen bei Behörden.
2. Rahmenbasiertes Layout (Textfelder)
Jedes Textfragment wird in einem eigenen Textrahmen exakt an den Koordinaten platziert, an denen es im Ausgangsdokument stand.
- Vorteile: erreicht maximale visuelle „1:1“-Originaltreue zum Ausgangslayout.
- Nachteile: Bei der Übersetzung in Sprachen mit starker Textexpansion können Sätze über die Rahmengrenzen hinausragen (Übersatztext), was eine manuelle Anpassung der Rahmengröße oder eine Skalierung der Schrift erfordert.
- Optimal geeignet für: Werbebroschüren, Präsentationen und Marketingkataloge.
